Vorstellungsgespräch mit Jugendlichen: Fair, strukturiert und entspannt
Wie das strukturierte Interview und ein kurzes Spiel zusammenpassen, damit Jugendliche zeigen können, was in ihnen steckt.
Für viele Jugendliche ist das Bewerbungsgespräch die erste Prüfungssituation außerhalb der Schule. Nervosität verdeckt Stärken. Ein gut vorbereitetes Gespräch senkt die Nervosität und liefert dem Betrieb bessere Informationen.
Vorbereitung im Betrieb
- Beteiligte festlegen: eine Person aus der Ausbildung, eine aus dem Fachbereich
- Fragen vorab festlegen und für alle gleich halten
- Bewertungsskala und Beispiele für gute Antworten besprechen
- Raum und Zeit ruhig wählen, genug Puffer einplanen
Fragen, die funktionieren
- „Was hat dich an diesem Beruf neugierig gemacht?“
- „Erzähl von einem Projekt, das dir Spaß gemacht hat. Was war deine Rolle?“
- „Wie gehst du vor, wenn du etwas nicht weißt?“
- „Was möchtest du in der Ausbildung lernen?“
- „Welche Fragen hast du an uns?“
Was Sie vermeiden sollten
- Fragen zu Familie, Herkunft, Religion oder Gesundheit, wenn sie nichts mit der Ausbildung zu tun haben
- Prüfungsfragen zu Schulstoff, die nur Stress erzeugen
- Unterbrechen und Überfragen
- Entscheidungen allein nach dem ersten Eindruck (Beobachtungsfehler)
Ein Spiel als Ergänzung
Ein kurzes Teamspiel vor oder nach dem Gespräch zeigt, wie jemand mit anderen arbeitet, ohne dass Worte allein entscheiden. Wichtig ist, dass der Zweck vorab erklärt wird und dass das Spiel nicht allein über die Entscheidung bestimmt (Game-based Assessment). So bekommen auch stillere Jugendliche eine Chance, sich zu zeigen.
Nach dem Gespräch
- Notizen zeitnah schreiben, getrennt von Bewertung
- Im Team abgleichen und Unterschiede besprechen
- Innerhalb weniger Tage Rückmeldung geben (Time-to-Hire)
- Auch bei Absagen kurz und freundlich bleiben
Fazit
Ein faires Gespräch gibt Jugendlichen Sicherheit und dem Betrieb ein klareres Bild. Struktur, Respekt und ein Spiel als Ergänzung machen den Unterschied.
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